Der Rassestandard des Miniature-Bullterriers

Der Rassestandard

F.C.I. Standard Nr. 359 / 23.12.2011 / D
PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS: 05.07.2011
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 3 Terrier, Sektion 3, bullartige Terrier, ohne Arbeitsprüfung
 
URSPRUNG: Großbritannien

GRÖSSE:
Die Wiederristhöhe sollte 35,5 cm (14 ins) nicht überschreiten. Es sollte ein Eindruck von Substanz im Verhältnis zur Größe des Hundes vorhanden sein. Es gibt keine Gewichtsgrenze. Die Hunde sollten immer harmonisch sein.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Kräftig gebaut, muskulös, harmonisch und aktiv, mit durchdringendem, entschlossenem und intelligentem Ausdruck. Ein einzigartiges Merkmal ist sein „Downface" (divergierende Kopflinien) und der eiförmige Kopf. Unabhängig von der Größe sollten Rüden maskulin und Hündinnen feminin aussehen.

VERHALTEN UND CHARAKTER (Wesen):
Mutig, lebhaft mit einem verspielten Wesen. Der Bullterrier hat ein ausgeglichenes Wesen und ist diszipliniert. Obgleich sehr eigensinnig, ist er im besonderen sehr gut gegenüber Menschen.

KOPF:
Lang, stark und tief bis absolut zum Ende des Fangs, jedoch nicht grob. Von vorne betrachtet eiförmig und vollständig ausgefüllt, die Oberfläche frei von Aushöhlungen oder Einbuchtungen. Die Profillinie verläuft vom Oberkopf leicht abwärts gekrümmt bis zur Nasenspitze.

Oberkopf: Schädel: Nahezu flach von Ohr zu Ohr.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Sollte schwarz sein und an der Spitze nach unten gebogen. Nasenöffnungen gut entwickelt.
Lefzen: Ebenmäßig und straff anliegend.
Kiefer / Zähne: Unterkiefer tief und kräftig. Zähne tadellos, sauber, stark und von guter Größe; ausgesprochen gleichmäßig mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Augen: Erscheinen schmal, schräg eingesetzt und dreieckig, gut eingebettet, schwarz oder so dunkelbraun wie möglich um nahezu wie schwarz zu wirken, mit einem durchdringenden Glitzern. Die Distanz von der Nasenspitze bis zu den Augen wahrnehmbar größer als die von den Augen bis zum Hinterhaupt. Blaue oder teilweise blaue Augen unerwünscht.
Ohren: Klein, dünn und nahe zueinander angesetzt. Ein Bullterrier sollte in der Lage sein die Ohren steif aufgerichtet zu halten, wenn sie gerade nach oben zeigen.

HALS:

Sehr muskulös, lang, gebogen, sich von den Schulten zum Kopf hin verjüngend und ohne lose Kehlhaut.

KÖRPER:
Gut gerundet mit einer markanten Rippenwölbung und großer Tiefe vom Wiederrist zum Brustbein, so dass dieses näher zum Boden ist als der Bauch.
Rücken: Kurz kräftig; hinter dem Wiederrist ist die Rückenlinie gerade, mit leichtem Schwung oder leichtem Bogen über der Lendenpartie.
Lenden: Breit, gut bemuskelt.
Unterlinie: Vom Brustbein verläuft sie in ganz gering ansteigender Kurve zum Bauch.

RUTE:
Kurz, tief angesetzt und horizontal getragen. Die am Rutenansatz, verjüngt sie sich zu einer feinen Spitze.

GLIEDMASSEN:
Vorderhand: Die Vorderläufe haben den stärksten Typ runder Knochen von großer Qualität. Die Hunde sollen massiv und parallel auf diesen Läufen stehen. Bei erwachsenen Hunden sollen die Vorderläufe ungefähr so lang sein wie die Brust tief ist.
Schultern: Kräftig und muskulös, ohne überladen zu wirken. Schulterblätter breit, flach und am Brustkorb anliegend, mit einer sehr deutlichen Schräge der Vorderkante von unten nach oben, wodurch mit dem Oberarm ein nahezu rechter Winkel gebildet wird.
Ellenbogen: Sehr gerade und stark anliegend.
Vordermittelfuß: Senkrecht.
Hinterhand: Hinterläufe, von hinten betrachtet parallel.
Oberschenkel: Muskulös.
Kniegelenk: Gut gewinkelt.
Unterschenkel: Gut gewinkelt.
Sprunggelenk: Gut gewinkelt.
Hintermittelfuß: Kurz und starkknochig bis zu den Pfoten.
Pfoten: Rund und kompakt mit gut aufgeknöchelten Zehen.
 
GANGWERK:
Wirkt in der Bewegung fest zusammengefügt, deckt mühelos viel Boden mit freien, leichtfüßigen
Schritten und einem typischen flotten Auftreten. Im Trab in Vorder- und Hinterhand parallel. Nur bei schnellerer Bewegung zur Mittellinie hin konvergierend. Großer Vortritt, Hinterhand bewegt sich weich aus der Hüfte, geschmeidig in Knie- und Sprunggelenk, mit großem Schub.
 
HAUT:
Dicht anliegend.
 
HAARKLEID:
Haar: Kurz, glatt und ebenmäßig. Fühlt sich bei feinem Glanz hart an. Im Winter kann eine weiche
Unterwolle vorhanden sein.

Farbe: Weiß, bedeutet ein rein weißes Haarkleid. Hautpigmentierung und Flecken am Kopf sind nicht zu bestrafen. Bei farbigen Hunden muss die jeweilige Farbe vorherrschend sein. Bei Gleichheit aller anderen Dinge, wird der gestromte Rassevertreter bevorzugt. Schwarz gestromt, rot, rehbraun und tricolor annehmbar. Sprenkelung im weißen Haarkleid unerwünscht. Blau und leberblau höchst unerwünscht.

FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

N.B.:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Mein Fazit:            

Der Miniature-Bullterrier, so wie ich ihn kennengelernt habe ist kein Hund für Anfänger, so wie die meisten Terrier-Rassen m. E. keine Anfängerhunde sind. Sie sind i. d. R. sehr eigensinnig und stur, machen manchmal gerne auf dicke Hose oder verhalten sich extrem sensibel, nahezu mimosenhaft. Zur Haltung eines solchen Hundes bedarf sehr viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Konsequenz. Weiß der Bulli dann letztendlich einmal wo er steht, könnte man sich keinen besseren, treueren und mutigeren Gefährten vorstellen. 

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